Klimafreundliche Milch

Das Programm Klimaschonende und Ressourceneffiziente Milchproduktion (KLIR) von der aaremilch AG und Nestlé Schweiz soll die über Jahrhunderte erarbeitete Kompetenz und die Innovationskraft der Schweizer Milchwirtschaft besser in Wert setzen. Klimaschutz und Ressourceneffizienz sind dabei zwei wichtige Argumente für den Mehrwert.

Gemäss der Klimastrategie Landwirtschaft vom Bundesamt für Landwirtschaft sind die Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft bis 2050 gegenüber 1990 um einen Drittel zu reduzieren. Dabei ist die Nahrungsmittelproduktion mindestens auf gleichem Stand zu halten und wenn möglich zu steigern. Der aktuelle Trend weist darauf hin, dass dieses Reduktionsziel nicht erreicht wird.

In Fachkreisen geht man davon aus, dass ab 2020 entweder eine Steuer auf Treibhausgasen eingeführt wird oder Direktzahlungen für eine klimaschonende Produktion ausbezahlt werden. Nach dem Prinzip „Aktion statt Reaktion“ lanciert die aaremilch AG zusammen mit Nestlé Schweiz im Rahmen der Qualitäts- und Nachhaltigkeitsverordnung (QuNaV) das Programm KLIR für eine zukunftsorientierte, innovative Schweizer Milchproduktion mit Vorbildcharakter. Bis 2020 sollen mit Hilfe eines neu entwickelten produktionsorientierten Milch-Prämienmodells auf 46 Pilotbetrieben die Methanemissionen erheblich reduziert und die Ressourceneffizienz erhöht werden.

Im KLIR-Prämienmodell werden aufgrund der Ausgangslage eines Betriebes Entwicklungsziele festgelegt. Betriebe, die in der Ausgangslage beispielsweise bereits eine hohe standortgerechte Lebtagleistung erreichen, müssen diese bis 2020 weniger stark erhöhen um die volle KLIR-Prämie zu erhalten, als die Betriebe mit einer unterdurchschnittlichen Lebtagleistung in der Ausgangslage. Zusätzlich wird der Zielwert bei der Lebtagleistung gemäss dem Anteil Nutzviehabgänge am Total der Kuhabgänge in der Ausgangslage angepasst, damit ausgeprägte Zuchtbetriebe nicht benachteiligt werden.

Entwicklungsziele KLIR Beschreibung
Erhöhung Lebtagleistung pro Tier Die Lebtagleistung ist eine Effizienzkennzahl und wird folgendermassen berechnet: Jahresmilchleistung mal Anzahl Nutzungsjahre geteilt durch Anzahl Lebtage. Die maximal anrechenbare Jahresmilchleistung beträgt in der Talzone 8’000kg und in der Bergzone 7’000kg Milch.
Erhöhung Langlebigkeit Milchkühe Ein Versuch zeigte, dass Kühe mit über 2’000 Lebtagen bei der Verdauung weniger Methan ausstossen. Deshalb wird bei einem Herdendurchschnitt von mehr als 2’000 Lebtagen eine CO2e-Gutschrift angerechnet.
Erhöhung Anteil Hofdüngervergärung zu Biogas Durch die Verkürzung der Lagerdauer von Gülle und Mist und durch die kontrollierte Fermentation der Hofdünger wird der Methanausstoss reduziert. Je Kubikmeter auf dem Betrieb oder in einer nahe gelegenen Biogasanlage vergärter Hofdünger werden wird eine CO2e-Gutschrift angerechnet.
Erhöhung Koppelproduktion Fleisch Fleisch als Koppelprodukt von standortgerechter Milchproduktion ist klimafreundlich und ressourceneffizient. Je höher der Anteil geborener Kälber in einer Milchviehherde von einem Zweinutzungsstier (SI, OB, MO) oder von einem Maststier ist, desto höher die CO2e-Gutschrift.

Ein Gramm Methangas (CH4) entspricht dem Treibhauseffekt von 25 Gramm Kohlenstoffdioxyd (CO2). Zur Vereinfachung rechnet man die wichtigsten Treibhausgase Methan und Lachgas in CO2-Äquivalente um (CO2e).