Milchmarkt

Ausblick auf 2. Jahreshälfte 2026

Der A-Richtpreis bleibt bis Dezember unverändert bei 78 Rp./kg Milch. Gleichzeitig bleibt die Situation auf dem Schweizer Milchmarkt herausfordernd. Die Milcheinlieferungen liegen weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau, während viele Verarbeiter noch immer an ihre Kapazitätsgrenzen stossen.

Dank der guten Futtergrundlage ist auch in diesem Jahr mit einer hohen Milchproduktion zu rechnen. Vor diesem Hintergrund bereitet sich die aaremilch ab September wieder auf ähnliche Verhältnisse vor wie sie letztes Jahr herrschten. Entsprechend werden auch Gesuche für die Erhöhung der Monatsvertragsmenge zur Zeit sehr restriktiv behandelt.

Die Märkte für Butter und Milchpulver bleiben international unter Druck. Zusätzliche Milchmengen können häufig nur in Verwertungsrichtungen mit tiefer Wertschöpfung wie Milchpulver, Futtermittel oder Exportprodukte gelenkt werden, was für die gesamte Wertschöpfungskette finanziell wenig attraktiv ist.

Vor diesem Hintergrund hat die Branchenorganisation Milch (BO Milch) beschlossen, die bestehenden Steuerungsinstrumente zu überprüfen. Die Kommission «Milch-Marktsituation» wurde beauftragt, Vorschläge zu erarbeiten, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Milchbranche langfristig gesichert und die Abstimmung zwischen Milchproduktion und Verarbeitungskapazitäten verbessert werden kann. Erste konkrete Lösungsansätze sollen bis September vorliegen und anschliessend innerhalb der Branche diskutiert werden.

Auch auf Seiten der Verarbeitung sind die Möglichkeiten zur kurzfristigen Erhöhung der Verarbeitungskapazitäten begrenzt und eher erst langfristig umsetzbar. Eine höhere Auslastung bestehender Anlagen verursacht zusätzliche Personal- und Energiekosten und stösst zunehmend auf den Fachkräftemangel. Es werden langfristig gesehen auch Investitionen in strategische Reservekapazitäten geprüft.

Die aktuelle Diskussion verdeutlicht den zentralen Zielkonflikt im Milchmarkt: Was aus Sicht des einzelnen Betriebs sinnvoll ist, kann auf Stufe Milchmarkt Schweiz zu einem Überangebot führen. Eine nachhaltige Lösung muss deshalb sowohl die betriebliche Entwicklung als auch die Aufnahmefähigkeit des Marktes berücksichtigen. Bei der aktuellen Marktlage, geraten vor allem auch Milchmengen ohne Abnahmevertrag unter grossen Preisdruck. Oberstes Ziel der aaremilch ist deshalb, für die gesamte eingekaufte Milch sichere Abnahmeverträge abzuschliessen. Die erfolgreiche Partnerschaft mit ELSA erweist sich dafür als sehr wichtig und soll weiter verfestigt werden.