In den Monaten Juli und August hatten zahlreiche Betriebe mit fieberhaften Erkrankungen, Leistungseinbussen bei der Milchproduktion und teilweise auch Verdauungsproblemen bei ihren Tieren zu kämpfen. Zunächst wurde vermutet, dass die Beschwerden hauptsächlich auf die hohen Temperaturen und den damit verbundenen Hitzestress zurückzuführen sind.
Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass in der Schweiz ein neues Rindervirus zirkuliert. Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) bestätigte gegenüber der Keystone-SDA am 3. August den Nachweis eines Orthobunya-Virus aus der Simbu-Serogruppe. Die Übertragung erfolgt durch kleine, blutsaugende Mücken, sogenannte Gnitzen. Eine Übertragung zwischen Tieren und Menschen ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht zu erwarten.
Auch das Schmallenberg-Virus, das erstmals 2012 in der Schweiz auftrat, gehört zur Simbu-Serogruppe. Es kann insbesondere bei trächtigen Tieren zu Fehlbildungen der Föten führen.
Bei diesen herausfordernden Bedingungen sind eine gute Stalllüftung, ausreichend frisches Wasser und eine aufmerksame Tierbeobachtung besonders wichtig. Bei auffälligen Symptomen sollte frühzeitig der Bestandestierarzt kontaktiert werden.